Vielbegabte bringen nichts zu Ende!? Ein Vorurteil mit dem Scanne r/ Vielbegabte sich immer wieder herumschlagen müssen, ist dummerweise ihre eigenen Falle.

„Schuster bleib bei deinen Leisten!“

Kennst du den Spruch. Den habe ich so oft gehört und er hat jedes mal gesessen. Von Außen betrachtet bin ich als Vielbegabte sprunghaft, undiszipliniert und orientierungslos. Mein Wissen folgt keinem genauen Muster. Wirklich tief geht es auch oft nicht und für Außenstehnde ergibt all das auch keinen Sinn.

Die Falle

Lange Zeit glaubte ich all diese Vorurteile über mich, bevor ich den Begriff Vielbegabte kannte. Ich konnte absolut nicht verstehen, wo mein Problem liegt. Vielleicht hab ich noch nicht das Richtige gefunden? Eventuell stell ich zu große Ansprüche (das wird mir immer noch gerne vorgeworfen)? Was wenn ich nie MEIN DING finde?

Fragen über Fragen

Diese Gedanken machen einen verrückt, denn sie vermitteln dir nicht gut genug zu sein. Schließlich bist du in nichts so ein absoluter Experte. Du weißt von allem ein bisschen, aber nie genügend um wirklich effektiv zu sein. Scheinbar verfolgt das Wissen eines Scanners auch nicht immer einen Sinn. Dementsprechend ist dein Selbstwert als Vielbegabte oft im Keller, immerhin ist es für die schwarz-weiß Zebras (wie Anne Heintze es so schön nennt) nicht klar was du als buntes Zebra da treibst.

Du bist Vielbegabte – Du bist bunt und großartig

Was bleibt ist das Fade Gefühl von „ICH-bin-nicht-richtig“. Das macht dich traurig, verletztlich und irgendwann erscheint dir alles wie ein Angriff. Schließlich bist du zu „FAUL“ um endlich mal was fertig zu machen. Infolgedessen wird dein Selbstwert klein und kleiner. Statt dich zu Fragen was hat das für Vorteile, fragst du dich was stimmt mit mir nicht?

Das ist so traurig und noch dazu erniedrigend. Im Beitrag „Vielbegabt, Hochsensibel, Gefühlsstark was ist das eigentlich“ , siehst du am Ende des Abschnittes „Vielbegabt“, sehr viele Berühmtheiten. Doch wenn diese Vielbegabung so überaus schlecht wäre, dürfte es doch nicht so viele Menschen geben die damit mehr als erfolgreich sind. Einige der größten Denker unserer Zeit fallen unter das Label Vielbegabung. Also wie passt das zusammen?

Im Mindset liegt alles

Während du haderst mit deiner Vielbegabung und darin keine BEGABUNG siehst, haben diese außerordentlichen Persönlichkeiten es als Chance gesehen. Sie sagen sich nicht jeden Tag, wie undiszipliniert, sprunghaft oder orientierungslos sie sind. Ganz im Gegenteil, ein Leonardo da Vinci zweifelte auch oft und doch hatte er genug Selbstvertrauen die Gelehrten der damaligen Zeit als Stümper zu bezeichnen. Somit kann es nicht an der Vielbegabung liegen, dass du dich so wertlos oft fühlst. Aber sehr wohl an der Sichtweise. Während du haderst mit deiner „Sprunghaftigkeit“, würde ich es als vielseitiges Interesse bezeichnen. Es ist also alles eine Frage der Einstellung.

Erkenne deinen eigenen Wert

Du bist Vielbegabt oder hast einfach sehr viele Interessen und möchtest dich auch nicht festlegen? Herzlichen Glückwunsch. Während ein Experte nur sein Themengebiet betrachtet, bist du ein Generalist der sofort und einfach zusammenhänge erkennen kann. Nehmen wir uns als Beispiel die Medizin. Vorab ich bin weder dafür noch dagegen, ich trage nur die Fakten zusammen. In der klassischen westlichen Medizin wird der Mensch in Themenbereiche aufgeteilt. Jeder Themenbereich hat seinen Fachmann (-frau). Das lass ich jetzt einfach mal so stehen. Wie ist es zum Beispiel in der traditionell chinesischen Medizin. Hier wird der Mensch als ganzes Betrachtet. Ganzheitliche Betrachtung des Organismus und seiner Lebensumstände und -umgebung. Kann das ein Spezialist, der nur ein Themengebiet im Auge hat? Ich glaube nicht! 😉

Das nächste mal 

Also solltest du mal wieder an dir Zweifeln, trete ein paar Schritte zurück. Schaue dir an warum du zweifelst. Ist es eine Norm, die du eigentlich gar nicht gewillt bist einzuhalten? (100 Jahre im gleichen Beruf) Oder sind die Zweifel gerechtfertigt, weil du wirklich versuchst zu flüchten? Das kommt bei mir vor, wenn ich vor herausfordernden Aufgaben stehe denen ich mir nicht gewachsen fühle. Manchmal bin ich dem auch noch nicht gewachsen, dann heißt es vertagen. Andererseits kommt es durch meinen oft noch zu unsicheres Selbstwertgefühl. Schließlich glaubte ich jahrelang dumm zu sein, nicht diszipliniert oder organisiert zu sein. Doch all das konnte ich mir widerlegen.

Fassen wir zusammen

Du bist ein Generalist, als Vielbegabte geboren dafür Systeme zu verstehen und in Zusammenhang zu setzen. Ein Themengebiet bis ins Detail auseinander zu nehmen überlassen wir den Tauchern (dazu kommt bald ein Beitrag). Disziplin hast du sehr wohl, wenn du einen Sinn dahinter erkennen kannst. Beispiel: Wenn mein Mann keine Spätschicht hat und wir unter der Woche einiges zu tun haben, reicht es nicht aus 1 Stunde vor den Kids aufzustehen 4:30-5:00 Uhr. An diesen Tagen stehe ich um 3:30 Uhr auf! Verrückt? Ja vielleicht aber ich liebe meine Arbeit und möchte auch nicht auf meine Morgenroutine verzichten. Im Umkehrschluss bleibt mir also nichts anderes übrig, wie früh genug aufzustehen. Ansonsten bin ich den ganzen Tag unleidlich. Das möchte ich niemandem antun. Ist nun aber wenig geplant, sehe ich keinen Sinn so früh aufzustehen (zumindest im Moment noch nicht). Hat mein Mann Spätschicht (alle 6 Wochen), gönne ich es mir „erst“ um 6:30 Uhr aufzustehen. Klingt für die meisten immer noch früh ist es auch. 😀

Was möchte ich dir damit sagen?

  1. Zweifle nicht an dir, sondern überlege ob es einen anderen Grund hat gerade sprunghaft oder undiszipliniert zu sein.
  2. Lerne es zu lieben ein Generalist zu sein. Denke an TCM. Alles hat seine Vorteile, finde sie.
  3. Begib dich auf die Suche nach dem Leitstern. Wenn du ihn hast wird vieles klarer

Dein Leitstern

Der Leitstern ist nochmal einen eigenen Beitrag wert. Dieses Licht am Himmel gibt nämlich auch dir als Vielbegabte etwas mehr Halt in deinem Leben. Du bist nicht völlig orientierungslos und gehst jedem Impuls den du bekommst nach. Sobald du diesen Stern installiert hast, werden erstens die eigenen Interessen nicht mehr so chaotisch wirken, zweitens wirst du dich nicht mehr so leicht im Jungle der Möglichkeiten verirren. Warum? Weil du nun weißt was für dich wirklich zählt.

Mein letzter Tipp an dich

…. und dann kommt der Moment in dem es nötig ist mal wieder zu spielen und zu entdecken. Lass dir Raum für Entdeckungen. 10-20 Minuten am Tag reichen aus, auch mal wieder Dinge zu tun die keinen Sinn geben, aber Spaß machen.

In diesem Sinne

Lass es krachen und nimm das Leben nicht so ernst.

Deine Nina

 

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